Unternehmensgründung Weißrussland/Deutschland


Unternehmensgründung in Weißrussland

von Alena Siarohina, Advokat (Weißrussische Staatliche Universität, Minsk)

Ausländer dürfen in Weißrussland wie weißrussische Staatsangehörige Unternehmen gründen.

Bei Antragstellung muss der zukünftige Gesellschafter versichern, dass

- er nicht wegen Eigentumsdelikten und wirtschaftlicher Tätigkeit vorbestraft ist,

- keine Zwangsvollstreckung in sein Eigentum betrieben wird,

- er weder als Gesellschafter noch Geschäftsführer an einem Unternehmen beteiligt ist, welches sich in Liquidation oder in der Insolvenz befindet.

Im zurückliegenden Jahr darf weder der Gesellschafter noch der Geschäftsführer an einer Gesellschaft beteiligt gewesen sein, deren Insolvenz im Handelsregister eingetragen ist.

Wer während der letzten drei Jahre eine Restschuldbefreiung erhalten hat, kann kein Unternehmen gründen.

Die Firma (der Name des Unternehmens) muss unterscheidungsfähig sein, die Namensgleichheit ist nicht erlaubt, die Firma muss in kyrillischer Schrift gehalten sein.

Das Stammkapital für die GmbH, auch in Form der Ein-Personen-GmbH,ist frei wählbar und ohne Mindestbetrag. Das angemeldete Stammkapital muss innerhalb von 12 Monaten nach der Eintragung der GmbH ins Handelsregister als Geld- oder Sacheinlage erbracht werden. Für die Sacheinlage ist ein Gutachten über den Wert der Sacheinlage erforderlich. Aktiengesellschaften unterliegen bezüglich des Stammkapitals anderen Regeln. 

Die Anmeldung des Unternehmens kann auch ohne den Geschäftsführer erfolgen. Ohne Geschäftsführer kann das Unternehmen allerdings kein Bankkonto eröffnen und keine Verträge schließen.

Geschäftsführer des Unternehmens kann jede rechts- und geschäftsfähige Person werden. Ein Ausländer als ein Geschäftsführer benötigt die Arbeitserlaubnis für Weißrussland. Die Erteilung einer solchen Arbeitserlaubnis dauert in der Regel einen Monat und ist beim Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten zu beantragen.

Die Zulassung des Unternehmens erfolgt meist schnell, unter Umständen in Tagesfrist, Verwaltungskosten entstehen von umgerechnet rund 10,00 Euro. Die Anmeldung erfolgt mit amtlichen Formularen, zusammen mit Datenträger, die die Angaben zu der Gesellschaft, dem zukünftigen Tätigkeitsbereich, die Kapitalanteile der Gesellschafter und Angaben über den Geschäftsführer enthalten. Als ausländischer Gesellschafter ohne Aufenthaltstitel in Weißrussland muss die Kopie des Ausweises mit notariell beglaubigter Übersetzung vorliegen. Die Behörde prüft sodann die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben. Falsche Angaben, wann immer diese bekannt werden, führen zur sofortigen Schließung des Unternehmens, außerdem wird der gesamte Gewinn des Unternehmens für die als illegal erachtete Tätigkeit von der Behörde eingezogen. 

Die Gründung des Unternehmens kann in anwaltlicher Vertretung vorgenommen werden.